03.08.2012
Infrastruktur
Von: Katja Deichl

Telekom vernetzt Baubetrieb

Baumeister Backes

Bei der auf das Bauwesen spezialisierten Backes-Gruppe stimmt die Verbindung zwischen Zentrale, Baustelle und Produktion. Denn Verwaltungsneubau und Firmengelände des Eifeler Familienbetriebs verfügen über moderne IT- und Telekommunikationstechnik.


In Stadtkyll in der Vulkaneifel belegt die Gruppe gleich ein ganzes Industriegebiet.

Mit einem Lkw begann die Tradition des Familienunternehmens Backes. Hauptsächlich Milch, Holz und Sackware transportierte Gründer Clemens Backes ab 1946. Anfang der 70er-Jahre kamen die Söhne Peter und Erich in die Firma und man stieg ins Baugeschäft ein. In den 80ern erwarb Backes das erste von fünf Lavawerken in der Eifel. Heute bauen 50 Mitarbeiter Lavaschlacke und Basaltgestein ab, andere verarbeiten es in den firmeneigenen Asphalt- und Betonmischwerken weiter. Ein klarer Heimvorteil für den Familienbetrieb: Er ist unabhängig von hohen Roh- und Baustoffpreisen. Das zahlt sich aus, wenn 80 Prozent der Aufträge aus öffentlicher Hand kommen und die Konkurrenz groß ist.

Jetzt ist der Baubereich mit 150 Mitarbeitern der größte des Unternehmens: „Wir verlegen Kanal- und Rohrleitungen, errichten Industriehallen und Einfamilienhäuser und asphaltieren Straßen von der Formel-1-Strecke bis zur Autobahn“, sagt Junior-Chef Thomas Backes. Ein weiteres Standbein ist der Rasthof „Zur Schneifel“ mit angeschlossenem Truck-Center. In dessen Werkstatt repariert das Unternehmen jährlich rund 1.000 Lastwagen anderer Logistikunternehmen sowie die eigenen Fahrzeuge. Denn selbstverständlich transportiert Backes alle Baustoffe mit firmeneigenen Lkws.

Neu gebaut und voll vernetzt


Im Industriegebiet von Stadtkyll liegt das 25 Fußballfelder große, neue Firmengelände. Hier stehen neben einer Lagerhalle und der Baumaschinenwerkstatt auch ein Beton- und ein Asphaltwerk. Das Verwaltungsgebäude wurde 2011 eingeweiht. Von Anfang an mit dabei war die Telekom. Sie ist seit mehr als zehn Jahren Dienstleister der Baugruppe: „Wir bekommen alle Leistungen aus einer Hand und haben vor allem feste Ansprechpartner in Vertrieb und Service. Deshalb haben wir uns auch bei der Ausstattung des neuen Gebäudes für die Bonner entschieden und sie schon in die Planung mit einbezogen“, sagt Thomas Backes.

Der Anbieter hat das energieeffiziente Haus sowie das gesamte Areal mit Glasfaserleitungen vernetzt. Die Leitungen sind die Basis für den Company-Connect-Anschluss. Der schickt die Daten mit fünf Megabit pro Sekunde symetrisch in beide Richtungen durch das Netz. Darüber hinaus installierte der Dienstleister die Telefonanlage „T-Octopus“ sowie Schnurlostelefone. Damit die Kosten für die Telefonie nicht aus dem Ruder laufen, entschied sich Backes für den Tarif Business Complete mit einer Flatrate für Gespräche in das deutsche Festnetz. Als Zusatzoption buchte die Firma eine Flatrate für das T-D1-Netz. Mit Hilfe einer Unified-Communications-Lösung (UC) ist außerdem die Faxfunktion in den E-Mail-Client integriert.

An ihren anderen Standorten nutzt die Firma Backes DSL-Anschlüsse des Anbieters, die ebenfalls mit dem Netzwerk in Stadtkyll gekoppelt sind. Hinzu kommen jeweils Flatrates für Festnetztelefonie und Internet. Alle Standorte sind darüber hinaus über ein virtuelles privates Netzwerk miteinander vernetzt. Büro- und Branchensoftware, aber auch Computer und Drucker kommen übrigens ebenfalls von den Bonnern. Alles aus einer Hand heißt es auch bei dem Service „Rent an Admin“. Dazu Junior-Chef Backes: „Früher hatten wir ständig wechselnde IT-Administratoren, so dass wir den neuen Mitarbeitern immer wieder alles von vorne erklären mussten. Heute gibt es einen verlässlichen Ansprechpartner des Dienstleisters hier vor Ort, den wir quasi fest gemietet haben.“

Mobil zwischen Baustelle und Büro


Eine weitere Verbesserung: Die Backes-Gruppe ließ einen D1-Mobilfunksender auf ihrem Gelände errichten, um die Empfangsqualität zu verbessern. Rund 200 Mobiltelefone inklusive SIM-Karten der Telekom sind bei dem Unternehmen derzeit im Einsatz. Mobiles Arbeiten ist dadurch beispielsweise für die Geschäftsführer möglich, die mit den Smartphones E-Mails abrufen und versenden. Auch die Bauleiter profitieren von den neuen Möglichkeiten: Sie greifen von der Baustelle aus mobil auf das Firmennetz zu, um etwa Baupläne herunterzuladen. So können sie Besprechungen ohne Unterbrechung direkt vor Ort weiterführen. Und müssen Lkw-Routen kurzfristig geändert werden, sind die Fahrer jederzeit über Handy erreichbar, was die Flexibilität erhöht und Fahrwege spart.

Gerade ein weitläufiges, teilweise nicht gut einsehbares Gelände wie das der Backes-Gruppe muss vor Diebstahl, Brand und Vandalismus rund um die Uhr geschützt sein. Dies bewältigt ein umfassendes Sicherheitskonzept der Telekom. In einem ersten Schritt ließ das Bauunternehmen das gesamte Areal umzäunen. Um 360 Grad schwenkbare Infrarot-Highspeed-Kameras decken das Gebiet komplett ab. Der Anbieter hat die Kameras mit dem Glasfasernetz verbunden, so dass die Geschäftsführer sie mittels einer PC-Software zoomen und steuern können – und dank VPN auch von unterwegs oder von zu Hause aus.

Wichtig war Backes auch die Kontrolle über die Betriebstankstelle: Sie ist wie die Zufahrtsschranke mit einer Kamera abgedeckt und kann nur von Berechtigten mittels eines Chips genutzt werden. So kann das Bauunternehmen nachvollziehen, wer wann wie viel getankt hat. Die Chips dienen auch der Zutrittskontrolle sowie der Arbeitszeiterfassung. An allen Gebäudezugängen sind Öffnungskontakte sowie Brand- und Bewegungsmelder mit einer Alarmanlage gekoppelt. Die Firmenleitung wird per E-Mail und SMS umgehend über Unregelmäßigkeiten informiert. Das Alarmsystem ist auch mit GSM-Modulen ausgestattet – wird der Verteilerkasten sabotiert oder umgefahren, übernimmt automatisch das Mobilfunknetz. So sind Gebäude, Maschinen und Anlagen rund um die Uhr geschützt. Und die Mitarbeiter können sich dank benutzerfreundlicher, sicherer IT- und Telekommunikationstechnik voll auf ihre Aufgaben konzentrieren.

www.backesbau.de

www.telekom.de

Bildquelle: Backes


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