20.06.2012
Kommunikation
Von: Sandra Osweiler

Selektiver Kosmetiksektor rüstet sich für Multichanneling

Automatisierter Stammdatenaustausch

Mithilfe eines neuen, branchenspezifischen Datenmodells können Unternehmen der selektiven Kosmetik den automatisierten Stammdatenaustausch für sich nutzen und sich für die künftigen Herausforderungen des Multichannel-Vertriebs rüsten.


Die Branche der selektiven Kosmetik steht unter erheblichem Wettbewerbsdruck. Das betrifft sowohl große als auch kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die Premium- und Luxuskosmetik speziell über den autorisierten Kosmetik-Facheinzelhandel vertreiben. Um langfristig gegenüber anderen Vertriebsformen und Handelsformaten konkurrenzfähig zu bleiben bzw. diese gekonnt zu integrieren, kommt es darauf an, Effizienz- und Kostensenkungspotentiale zu mobilisieren.

Dafür wurde jetzt ein einheitliches Datenmodell für die selektive Kosmetik entwickelt. Das soll für branchenübergreifende Regeln und Standards zum Austausch von Stammdaten sorgen. Zudem soll die Anwendung des Datenmodells im sogenannten „Multilateralen Datenaustausch über Datenpools“ zusätzliche Mehrwerte, die in einem Pilotprojekt aufgezeigt werden konnten, bieten. Der neue Umsetzungsleitfaden, in dem der Branchenstandard nun unter Federführung der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Initiative Prozeus dokumentiert wurde, zeigt Möglichkeiten auf, wie insbesondere auch KMU auf Basis der GS1-Standards Artikelstammdaten austauschen und ihre Prozesseffizienz erhöhen können.

Entwickelt wurde der Umsetzungsleitfaden unter dem Dach von GS1 Germany gemeinsam mit dem Bundesverband Parfümerien e.V. und dem VKE-Kosmetikverband als Branchengremien, dem Anbieter von Datensynchronisations-Services SA2 Worldsync, Pilotpartnern und Dienstleistern. Die Pilotunternehmen Coty Prestige und Parfümerie Douglas gehen davon aus, dass weitere Industrie- und Handelspartner bald den standardisierten Stammdatenaustausch nutzen werden. Denn alle Voraussetzungen sind mit der Erarbeitung des Branchenstandards in den letzten Monaten geschaffen worden.

„Der Handel soll tagesaktuell wissen, welche Artikel im Sortiment sind und welche nicht mehr. Auf diese Weise wird die zeitaufwendige bilaterale Kommunikation über den Status eines Artikels, ob bestellbar oder nicht, vermieden“, so Ralph Schreiner, Direktor Kundenservice von Coty Prestige. „Aktuelle und verlässliche Daten wie zum Beispiel Bestell- und Lieferbarkeit bilden für uns die Basis aller Prozesse in der gesamten Supply Chain. Neben erhöhter Transparenz bieten sich viele Potentiale für eine effiziente Wertschöpfungskette, insbesondere durch verstärkte Kooperationen zwischen Industrie und Handel“, erklärt Jasper Lüke, Bereichsleiter Supply Chain Development bei Douglas Logistik GmbH.

Martin Ruppmann vom VKE-Kosmetikverband und Elmar Keldenich vom Bundesverband Parfümerien sind sich einig: „Die Implementierung des vollautomatischen Stammdatenaustauschs in der Selektivkosmetik stellt einen entscheidenden EDI-Geschäftsprozess dar. Denn zum einen wird der Grundstein für weitere EDI-Projekte zum Nutzen von Industrie, Handel und Endverbraucher gelegt. Zum anderen schaffen verlässliche Artikeldaten die Voraussetzung, um künftigen Herausforderungen in der selektiven Kosmetik wie E-Commerce und Multichannel-Vertrieb gewachsen zu sein“, so die Verbandsgeschäftsführer.

www.prozeus.de
www.bmwi.de
www.bvpkw.de
www.vke.de
www.cotyprestige.de
www.douglas.de
www.sa2worldsync.com
www.gs1-germany.de

Bildquelle: © Lupo/pixelio.de


Aktuelle Ausgabe

Titelinterview: App-Entwicklung
mit Lars Weiler und Fabian Dressler, Für Sie eG

IT-Sicherheit
Cyberkriminelle entdecken das Internet der Dinge

Fertigungsprozesse
MES: Motor für Industrie 4.0

Neue Wege des Arbeitens

Windows 8
Mit mehr Sicherheit besser - und flexibler

Das neue Office
Immer und überall produktiv

Internet Explorer
Der Webbrowser rückt in den Fokus

Interview mit Lars Weiler und Fabian Dressler, Für Sie eG

Im Rahmen einer Warenbörse der Für Sie Handelsgenossenschaft eG erhielten die Teilnehmer für die direkte Warenbestellung ein Tablet ausgehändigt – inklusive einer auf Microsoft Windows 8 basierenden App. Worauf es bei der App-Entwicklung ankam, erklären IT-Leiter Lars Weiler (li.) sowie Projektleiter Fabian Dressler im Interview...mehr lesen »

IT Mittelstand Newsletter
IT-Sicherheit: Cyberkriminalität & das Internet der Dinge

Die Verbreitung des „Internet der Dinge“ und bringt neue Möglichkeiten hinsichtlich automatisierter Kommunikation und effizienterer Produktionsprozesse mit sich. Gleichzeitig dient die zunehmende Vernetzung von Produktionsanlagen, aber auch die von Alltagsgegenständen wie z.B. Kühlschrank oder Fernseher mit dem Internet als neues Einfallstor für Cyberkriminelle. Auch mittelständische Unternehmen sind hier ein beliebtes Opfer...mehr lesen »

Die Produktion wird selbstständig

Das bislang gängige Bild einer industriellen Produktion ist der Mensch an der Maschine, der die Steuerung übernimmt. Zukünftig sollen diese Anlagen die Planung, Steuerung und Kontrolle selbstständig übernehmen – so die Idee hinter dem Projekt „Industrie 4.0...mehr lesen »