6Wunderkinder
App schlägt Web
Wunderlist ist trotz der überschaubaren Funktionalität ein Sensationserfolg, Wunderkit ist trotz interessanter Ansätze gescheitert. Jetzt wird Wunderlist 2 angekündigt.

Wird eingestellt: Wunderkit
Die Kollaborations-Plattform Wunderkit wird mangels Erfolg eingestellt, der eigentlich nur als Appetizer (und PR-Tool) gedachte Taskmanager Wunderlist wird dagegen weiter entwickelt. Diese Meldung überraschte viele, ist aber konsequent: Das immer noch im Betatest befindliche Wunderkit stagnierte schon seit längerem.
Im Grunde blieb die Plattform lediglich eine aufgebohrte Wunderlist mit Mulitiuser-Funktionalität. Zu den Gründen sagt der CEO einiges im
Blog der 6Wunderkinder. Das Unternehmen konnte den Erfolg von Wunderlist nicht wiederholen, obwohl die Konkurrenz anders als bei Todo-Apps nicht so gigantisch ist. Neben dem stark auf Projektmanagement ausgerichtetem
Projectplace gibt es zwei bekanntere Konkurrenten, die ebenfalls eine projektorientierte Aufgabenverwaltung plus Kollaboration anbieten.
Asana besitzt ein traditionelles, listenorientiertes Design, das allerdings auch nicht zu Skalierungs- und Performanceproblemen führt.
Trello dagegen nutzt die Möglichkeiten von HTML5 recht geschickt aus und präsentiert ein klares, wenig verspieltes Design, das an analoge Pinnwände erinnert.
Diese beiden Plattformen sowie Wunderkit sind sich konzeptionell sehr ähnlich. So gibt es zum Beispiel eine jeweils unterschiedliche benannte dreistufige Gliederung aus Arbeitsbereichen, Projekten und Aufgaben. Auch die Eigenschaften der einzelnen Aufgaben sind sich sehr ähnlich. Für die Organisation von kleinen und großen Teams eignen sich alle drei Webapps recht gut.
Eine Neuerung bei Wunderkit war: Die Kommentarfunktion bekam eine größere Bedeutung. Dadurch kann zu jedem Element wie in einem sozialen Netzwerk eine Diskussion geführt werden. Bei den Konkurrenten ist das eher umständlich gelöst, doch vor allem Trello setzt stark auf das "Social"-Konzept und bietet ebenfalls wie Wunderkit "Likes".
Doch diese Orientierung an den Standards von Sozialmedien hat wohl nicht genug Interessenten von Wunderkit überzeugt. Außerdem fehlten bis zuletzt wichtige Funktionen wie Attachments und von den angekündigten weiteren Anwendungsmodulen jenseits von Aufgaben und Notizen war nie wieder die Rede.
Im Schatten des kriselnden Projekts entwickelte sich Wunderlist trotz fehlender Updates positiv weiter. Rund drei Millionen feste Anwender sollen es jetzt sein. Offensichtlich konnte das schlanke Design und das Angebot zahlreicher Clients auch für den Desktop ausreichend Anwender überzeugen.
Kurz: Die kleine, feine App hat das große, featurereiche Web geschlagen. Vermutlich hatte Wunderlist von Anfang an mehr Potential, was der Hersteller aber nicht erkannt hat. Kostenlos, schick und mit allen wirklich nötigen Funktionen - das hat vor zwei Jahren eine Menge Leute überzeugt. Jetzt kündigen die 6Wunderkinder an, Wunderlist weiter zu entwickeln, dabei Funktionen aus Wunderkit zu integrieren und ein Freemium-Modell aufzubauen.
Bildquelle: Screenshot
Titelinterview
mit Dr.-Ing. Eggert de Weldige, Technischer Geschäftsführer der Maschinenfabrik Köppern, und IT-Leiter Andreas Engelbrecht
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