19.04.2011
Von: Andreas Jäger

Expertenrat erforderlich

Während Cloud Computing als das Thema der Stunde gilt, rückt auch die Virtualisierung zunehmend in das Blickfeld vieler Unternehmen. Schließlich stellt sie eine der wichtigsten Kerntechnologien dar, die Cloud Computing überhaupt erst ermöglichen.


„Soll die IT zur Unterstützung von Geschäftsprozessen standardisiert werden, ist es sinnvoll, über Virtualisierung nachzudenken“, erklärt Michael Langer, Virtualisierungsexperte bei der Info AG.

Darüber hinaus sind Virtualisierungstechnologien für viele Unternehmen interessant, da sie eine bessere Ausnutzung von IT-Ressourcen ermöglichen. Insbesondere Unternehmen mit eigenen Rechenzentren oder Büros mit vielen stationären Rechnern können von Virtualisierungstechnologien profitieren. Viele Server sind nur zu etwa fünf bis 15 Prozent ausgelastet. Auch die Rechner in einem Büro werden kaum derart beansprucht, dass nicht ein einzelner starker Rechner deren Aufgaben übernehmen könnte. Da liegt die Idee nahe, die Hardware, sei es nun Speicherplatz oder Rechenleistung, zu konsolidieren.

Virtualisierungstechnologien ermöglichen, dass viele Benutzer auf die gleiche Hardware zurückgreifen können. Im Idealfall müssen sie dabei keine Abstriche hinsichtlich der Performance oder bei der gewohnten Desktopoberfläche hinnehmen. Wird die Hardware reduziert, führt das zu einer Verbesserung der Kosten- und Energieeffizienz, da weniger Strom für den Betrieb und die Kühlung der Systeme aufgewendet werden muss. Zudem lässt sich der zur Verfügung stehende Platz bei einer Reduktion von Serverhardware besser nutzen.

Sobald ein Unternehmen seine IT zur Unterstützung der Geschäftsprozesse standardisieren möchte, ist es sinnvoll, über Virtualisierung im Desktop- und Serverumfeld nachzudenken. „Denn dann hat man alle Vorteile der Virtualisierung gepaart mit stringenter Standardisierung“, so Michael Langer, Virtualisierungsexperte bei der Info AG. Ein guter Praxiswert liegt vor, wenn ca. 80-90 Prozent aller Desktop- oder Serversysteme virtualisiert und standardisiert bereitgestellt werden können. Zudem lässt sich die Flexibilität durch Virtualisierung verbessern. Werden für Projekte häufig verschiedene Systeme schnell benötigt, können diese in einer virtuellen Umgebung rasch und leicht zur Verfügung gestellt werden. Im seltensten Fall muss die vorhandene Hardware für eine Virtualisierung aufgerüstet bzw. beschafft werden.

Egal, ob man geschäftskritische Daten bei einem Cloud Provider auslagert, auf dessen virtualisierten Servern sich, rein theoretisch, zugleich auch die Daten der Konkurrenz befinden könnten oder ob man im eigenen Rechenzentrum hostet, in dem sensible Daten unterschiedlicher Bereiche nebeneinanderliegen, stellt sich die Frage: Wie sicher ist Virtualisierung? Durch spezielle Mikrokernel moderner Virtualisierungssoftware ist eine wesentliche Grundlage für einen sicheren Betrieb geschaffen. „Durch die Virtualisierungsarchitekturen ist sichergestellt, dass alle Prozesse, Daten und Anwendungen nur der jeweiligen Kundenumgebung zur Verfügung stehen und keinem anderen“, so Langer über die Sicherheit virtualisierter Rechenumgebungen.

Virtualisierung ermöglicht nicht nur eine kostensparende, umweltschonende und flexible IT-Landschaft, sondern ist trotz vieler Bedenken auch eine recht sichere Angelegenheit. Doch gibt es, wie bereits erwähnt, negative Aspekte, die im Vorfeld unbedingt beachtet werden müssen. Nicht jede Applikation lässt sich etwa in einer virtuellen Umgebung betreiben. Manch ältere und oft auch geschäftskritische Applikation greift auf den Hardwarelayer zu, den es in einer virtuellen Umgebung nicht exklusiv gibt. Daher müssen aufwendige Untersuchungen jeder einzelnen in der virtuellen Umgebung bereitzustellenden Applikation durchgeführt werden. Ein der Virtualisierung anhaftendes Risiko besteht zudem darin, dass sie die Performance der Systeme gefährden kann. Daher gilt es, die Performanceanforderungen eines zu virtualisierenden Systems im Vorfeld so genau wie möglich zu analysieren. Hierbei sind Spitzenlasten ebenso zu berücksichtigen wie die Grundlast. Ein virtuelles System ist immer nur so performant wie seine zugrunde liegende Physis. Hierbei spielt die bisher gemachte praktische Erfahrung eine sehr große Rolle. Aus diesem Grund sollten Unternehmen sich auf den Rat von Virtualisierungsexperten verlassen.


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