Die Augenhöhe ist entscheidend
Interview mit Bernhard Neumayer, der die SAP-Anwendungsbetreuung und -entwicklung bei der Luxemburger De Verband Group verantwortet

Bernhard Neumayer, De Verband Group
ITM: Herr Neymayer, welche IT-Prozesse im Unternehmen haben Sie ausgelagert und warum?
Bernhard Neumayer: Mehr Leistung war eines der Hauptmotive für das Auslagern unseres SAP-Betriebs. In allen Bereichen steuert SAP die zentralen Geschäftsprozesse, z.B. in der Warenwirtschaft und -logistik oder bei der Sortimentsverwaltung. An das ERP angebunden sind zudem alle Kassensysteme und elektronischen Waagen. Für ein Outsourcing überhaupt spricht der Aufwand, den es braucht, um ein komplexes geschäftskritisches System wirklich sicher, zuverlässig und performant bereitzustellen. Für uns macht es Sinn, diese Aufgabe Spezialisten anzuvertrauen.
Neben dem Auslagern des Applikationsbetriebs sorgt ein ebenfalls von Pironet NDH bereitgestelltes Corporate Network zur De-Verband-Zentrale für gleich bleibend schnellen Zugriff auf das SAP. Inzwischen nutzen etwa 220 Mitarbeiter an 14 Standorten ihr SAP online. Neuerdings beziehen wir auch die Windows-Desktops unserer Mitarbeiter samt Office und Exchange als Software as a Service aus der Business-Cloud von Pironet NDH.
ITM: Nach welchen Kriterien haben Sie Ihren Dienstleister ausgewählt?
Neumayer: Als zertifizierter SAP-Hosting-Partner und Betreiber unseres Corporate Networks bietet uns Pironet NDH Datacenter durchgehende Qualitätszusagen und einen zentralen Service für alle Leistungen, der auch in der für uns stressigen Erntezeit rund um die Uhr und an Wochenenden erreichbar ist. Somit haben wir bei Änderungswünschen und Störungen stets einen festen Ansprechpartner.
ITM: Inwieweit hat sich das Outsourcing für Sie bewährt?
Neumayer: Nach dem erfolgreichen Outsourcing des SAP-Systems steht das Thema „IT-Konsolidierung“ auf der Agenda. Bedingt durch die Erntezeit und den regelmäßigen Warendurchlauf muss das SAP-System hohe Lastspitzen verarbeiten können. Zusätzlich drückte in der Vergangenheit bei einem früheren Outsourcing-Dienstleister das große Artikelvolumen die ERP-Performance. Unser Integrationsdienstleister Gambit Consulting und Pironet NDH Datacenter migrierten daher die ehemals getrennt betriebenen Module für Rechnungswesen, Kundendienst, Materialwirtschaft, Qualitätsmanagement und Vertrieb sowie die Spezialanwendung IS Retail auf eine gemeinsame Plattform im Pironet-Rechenzentrum. So konnten wir die Gesamtleistung steigern.
ITM: Wäre auch Cloud Computing eine Alternative für Sie?
Neumayer: Wir nutzen bereits heute Cloud-Computing-Technologie. So bezieht unser SAP-System Speicherplatz und Rechenleistung dynamisch aus der Business-Cloud von Pironet NDH. Zudem beziehen wir die Ausstattung unserer Client-Landschaft mit Standard-Software aus der Cloud als Desktop as a Service.
ITM: In welchem Fall würden Sie die IT zurück ins eigene Unternehmen holen?
Neumayer: Wir haben bereits einmal den Outsourcing-Dienstleister gewechselt, weil wir mit der Performance unzufrieden waren. Mit Pironet NDH verfügen wir über einen Dienstleister, der alle Betriebsaspekte bei Infrastruktur und Applikationen verantwortet. Seitdem liefert unsere IT-Landschaft die Leistung, die wir brauchen.
ITM: Was sollten mittelständische Unternehmen generell beim Outsourcing beachten?
Neumayer: Das Thema „Augenhöhe“ ist ganz entscheidend. Bei konzerngroßen, internationalen Dienstleistern muss man sich als Mittelständler oft ganz hinten in der Schlange einreihen. Bei Störungen, die immer auftreten können, brauchen wir aber einen festen Ansprechpartner, der die gleichen Prioritäten setzt wie wir.
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