26.04.2011

Die Augenhöhe ist entscheidend

Interview mit Bernhard Neumayer, der die SAP-Anwendungsbetreuung und -entwicklung bei der Luxemburger De Verband Group verantwortet


Bernhard Neumayer, De Verband Group

ITM: Herr Neymayer, welche IT-Prozesse im Unternehmen haben Sie ausgelagert und warum?
Bernhard Neumayer:
Mehr Leistung war eines der Hauptmotive für das Auslagern unseres SAP-Betriebs. In allen Bereichen steuert SAP die zentralen Geschäftsprozesse, z.B. in der Warenwirtschaft und -logistik oder bei der Sortimentsverwaltung. An das ERP angebunden sind zudem alle Kassensysteme und elektronischen Waagen. Für ein Outsourcing überhaupt spricht der Aufwand, den es braucht, um ein komplexes geschäftskritisches System wirklich sicher, zuverlässig und performant bereitzustellen. Für uns macht es Sinn, diese Aufgabe Spezialisten anzuvertrauen.

Neben dem Auslagern des Applikationsbetriebs sorgt ein ebenfalls von Pironet NDH bereitgestelltes Corporate Network zur De-Verband-Zentrale für gleich bleibend schnellen Zugriff auf das SAP. Inzwischen nutzen etwa 220 Mitarbeiter an 14 Standorten ihr SAP online. Neuerdings beziehen wir auch die Windows-Desktops unserer Mitarbeiter samt Office und Exchange als Software as a Service aus der Business-Cloud von Pironet NDH.

ITM: Nach welchen Kriterien haben Sie Ihren Dienstleister ausgewählt?
Neumayer:
Als zertifizierter SAP-Hosting-Partner und Betreiber unseres Corporate Networks bietet uns Pironet NDH Datacenter durchgehende Qualitätszusagen und einen zentralen Service für alle Leistungen, der auch in der für uns stressigen Erntezeit rund um die Uhr und an Wochenenden erreichbar ist. Somit haben wir bei Änderungswünschen und Störungen stets einen festen Ansprechpartner.

ITM: Inwieweit hat sich das Outsourcing für Sie bewährt?
Neumayer:
Nach dem erfolgreichen Outsourcing des SAP-Systems steht das Thema „IT-Konsolidierung“ auf der Agenda. Bedingt durch die Erntezeit und den regelmäßigen Warendurchlauf muss das SAP-System hohe Lastspitzen verarbeiten können. Zusätzlich drückte in der Vergangenheit bei einem früheren Outsourcing-Dienstleister das große Artikelvolumen die ERP-Performance. Unser Integrationsdienstleister Gambit Consulting und Pironet NDH Datacenter migrierten daher die ehemals getrennt betriebenen Module für Rechnungswesen, Kundendienst, Materialwirtschaft, Qualitätsmanagement und Vertrieb sowie die Spezialanwendung IS Retail auf eine gemeinsame Plattform im Pironet-Rechenzentrum. So konnten wir die Gesamtleistung steigern.

ITM: Wäre auch Cloud Computing eine Alternative für Sie?
Neumayer:
Wir nutzen bereits heute Cloud-Computing-Technologie. So bezieht unser SAP-System Speicherplatz und Rechenleistung dynamisch aus der Business-Cloud von Pironet NDH. Zudem beziehen wir die Ausstattung unserer Client-Landschaft mit Standard-Software aus der Cloud als Desktop as a Service.

ITM: In welchem Fall würden Sie die IT zurück ins eigene Unternehmen holen?
Neumayer:
Wir haben bereits einmal den Outsourcing-Dienstleister gewechselt, weil wir mit der Performance unzufrieden waren. Mit Pironet NDH verfügen wir über einen Dienstleister, der alle Betriebsaspekte bei Infrastruktur und Applikationen verantwortet. Seitdem liefert unsere IT-Landschaft die Leistung, die wir brauchen.

ITM: Was sollten mittelständische Unternehmen generell beim Outsourcing beachten?
Neumayer:
Das Thema „Augenhöhe“ ist ganz entscheidend. Bei konzerngroßen, internationalen Dienstleistern muss man sich als Mittelständler oft ganz hinten in der Schlange einreihen. Bei Störungen, die immer auftreten können, brauchen wir aber einen festen Ansprechpartner, der die gleichen Prioritäten setzt wie wir.


Aktuelle Ausgabe

Titelinterview: Rechnungswesen
mit Bettina Trudel, Designagentur Take2

Lizenzmanagement
Softwarelizenzierung in virtuellen Umgebungen

Energiemanagement im Rechenzentrum
Energieeffizienter RZ-Betrieb

Neue Wege des Arbeitens

Windows 8
Mit mehr Sicherheit besser - und flexibler

Das neue Office
Immer und überall produktiv

Internet Explorer
Der Webbrowser rückt in den Fokus

Gewinnspiel Web-Adressbuch 2015

Die neue Ausgabe von "Das Web-Adressbuch für Deutschland" präsentiert wichtige Internetadressen auf einen Blick. Zu über 1.000 Themenbereichen werden Top-Adressen aus dem Internet übersichtlich präsentiert. Nutzer des Buches sollen sich so zeitraubendes Herumsurfen sowie das Durcharbeiten von Trefferlisten in Suchmaschinen sparen können.

IT-MITTELSTAND verlost dreimal je ein Exemplar der neuen Ausgabe von "Das Web-Adressbuch für Deutschland". >> Zum Gewinnspiel

Interview mit Bettina Trudel, Vertriebsverantwortliche Retail Deutschland der Designagentur Take2

IT-MITTELSTAND sprach mit Bettina Trudel von der Designagentur Take2, über die Herausforderung, Kreativität und kaufmännisches Denken unter einen Hut zu bringen. Während das Firmennetzwerk sukzessive modernisiert wurde und heute weitgehend aus Apple-Systemen besteht, setzt Take2 im Bereich Rechnungswesen seit nunmehr 15 Jahren auf eine Microsoft-basierte Finanzlösung...mehr lesen »

IT Mittelstand Newsletter
Softwarelizenzierung in virtuellen Umgebungen

Die Verwaltung von Softwarelizenzen ist insbesondere für Mittelständler ein schwieriges Unterfangen, da sie meist nicht die nötige Expertise, Tools und Ressourcen besitzen, um im Lizenzdschungel den Überblick zu behalten. Noch komplexer wird es für mittelständische Unternehmen, wenn sie in virtualisierten Umgebungen arbeiten....mehr lesen »